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Home Presseberichte Maschinen ersetzen die flinken Hände

Maschinen ersetzen die flinken Hände

PostDateIconDonnerstag, den 26. Mai 2011 um 00:00 Uhr |

Fischerei Neues Krabbenschälzentrum

Einer der Gesellschafter ist die Fischerei-Genossenschaft Butjadingen. Sie erhofft sich Vorteile.

von Rolf Bultmann, Redaktion Nordenham


Fedderwardersiel - Im Januar, nur wenige Monate nach dem Start, musste Deutschlands erstes maschinelles Krabbenschälzentrum in Cuxhaven Insolvenz beantragen. Jetzt gibt es einen Neuanfang, jedoch mit anderen Strukturen und Zielsetzungen. Die in Fedderwardersiel (Kreis Wesermarsch) beheimatete Fischerei-Genossenschaft Butjadingen und ein Investor aus Bremerhaven als Gesellschafter haben in Cuxhaven die Schälzentrum Nordwest GmbH gegründet.

Geplant sei, pro Woche drei Tonnen Nordseegarnelen in vier Schälmaschinen zu einer Tonne Krabbenfleisch zu veredeln. Dafür werden neben dem Produktionsleiter zehn Mitarbeiter im Ein-Schicht-Betrieb tätig sein, berichtete Dennis Westphal, Geschäftsführer der Fischerei-Genossenschaft und jetzt auch des neuen Schälzentrums.

Zum Vergleich: Im Pleite gegangenen Schälzentrum, an dem die jetzigen Gesellschafter nicht beteiligt waren, sollten in der Endstufe in einem Drei-Schichten-Betrieb mit 60 Mitarbeitern täglich 7,5 Tonnen Nordseegarnelen in 24 Schälmaschinen zu 2,5 Tonnen Krabbenfleisch verarbeitet werden.

Das Schälzentrum Nordwest sei zwar ein eigenständiges Unternehmen, letztlich aber nur Teil der Veredelungskette für Krabbenfleisch. Nicht mit dem maschinellen Schälen, sondern mit dem Endprodukt müsse das Geld verdient werden, erklärt Dennis Westphal.

Das Engagement der Fischerei-Genossenschaft Butjadingen bei der Neugründung des Schälzentrums begründet er mit der Tatsache, dass der Weg der Krabben aus der Nordsee zum Verbraucher einfach kürzer ist. Derzeit lässt die Genossenschaft den Großteil der Krabben (fast 200 Tonnen im Jahr) in einem westpolnischen Lohnbetrieb per Hand schälen. Dazu sind die Krabben vier Tage unterwegs und müssen dafür konserviert werden. Die Kunden seien bereit, für den Frische- und Qualitätsvorteil des Krabbenfleisches aus dem Schälzentrum einen höherer Preis zu zahlen.

Geschält werden sollen in Cuxhaven vornehmlich Krabben aus den Fängen der acht Fedderwardersieler Krabbenfischer. Da die lebensmittelrechtliche Genehmigung für den Betrieb des Schälzentrums erteilt wurde, könnte sofort begonnen werden. Aufgrund des Fangstopps für die Krabbenfischer liegen deren Kutter derzeit aber, wie berichtet, in den Häfen.

 

Aktualisiert (Donnerstag, den 26. Mai 2011 um 15:17 Uhr)

 

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