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Home Presseberichte Fischer bauen eigenes Schälzentrum

Fischer bauen eigenes Schälzentrum

PostDateIconDonnerstag, den 26. Mai 2011 um 00:00 Uhr |

Fedderwardersiel. Der erste Versuch der Butjadinger Fischereigenossenschaft, Krabben maschinell in Cuxhaven schälen zu lassen, war im Januar an der Insolvenz des Betreibers gescheitert. Doch an dem Konzept, Granat nicht in Polen oder Marokko, sondern ortsnah zu verarbeiten, hält die Genossenschaft fest: Sie baut jetzt ein eigenes Schälzentrum in Cuxhaven auf. Von Christian Heske

Fedderwardersiel
Wegen des Fangstopps bleiben die Krabbenkutter derzeit in Fedderwardersiel. Die Genossenschaft hofft derweil auf Frischware. Fotos: hes/Archiv

Neben der Fischereigenossenschaft sitzt ein Investor aus Bremerhaven als Gesellschafter mit im Boot. „Seit der Insolvenz des Vorgängers haben wir nach Nachfolgemöglichkeiten gesucht, weil wir von dem Grundkonzept überzeugt sind“, sagt Dennis Westphal. Der Geschäftsführer der Fischereigenossenschaft in Fedderwardersiel übernimmt auch die Geschäftsführung des Schälzentrums Nordwest. Das habe jetzt die lebensmittelrechtliche Zulassung erhalten.

Der Frische-Vorteil

Entscheidend aus Sicht der Genossenschaft ist der Frische-Vorteil, den die Verarbeitung in Cuxhaven hat. „Nur einen Tag nach Anlandung der Krabben in Fedderwardersiel haben wir das Krabbenfleisch wieder hier“, sagt Jens Ortel, Kunden- und Produktberater der Genossenschaft. Das heißt: Das Krabbenfleisch ist frischer und muss weniger konserviert werden. Als positiver Nebeneffekt verbessert es die CO2-Bilanz, wenn Krabben nicht mehr durch ganz Europa gekarrt, sondern vor der Haustür verarbeitet werden.

Tätig wird das Schälzentrum in Hallen, die es über den Fischereibetrieb de Rousant von der Niedersächsischen Hafengesellschaft N-Ports anmietet. Rund eine Tonne Krabbenfleisch sollen die vier Schälmaschinen pro Woche produzieren. Vorgesehen sind zehn Mitarbeiter. „Eine Erweiterung wäre aber kein Problem“, sagt Jens Ortel. Verarbeiten will die Genossenschaft aber zuvorderst Krabben aus eigenen Fängen. „Die Einrichtung stellt einen Marktvorteil für uns dar“, sagt Dennis Westphal.

Dennis Westphal
Dennis Westphal

Das maschinelle Schälen der Krabben in Cuxhaven ist immer noch etwas teurer als die Weiterverarbeitung in Marokko oder Polen. Trotzdem ist die Genossenschaft vom Erfolg ihres Schälzentrums überzeugt, denn viele Kunden fragen besonders nach der frischen, hochwertigen Ware.

Einen wirtschaftlichen Vorteil erhofft sich die Genossenschaft auch daraus, dass Cuxhaven einen tideunabhängigen Hafen besitzt. So könnten dort im Winter auch Krabben von Großkuttern angelandet werden, während die Wattenfischer aus Fedderwardersiel, die nicht in so großen Tiefen fischen, im Hafen bleiben. „Auf diese Weise ist es rund ums Jahr garantiert, dass wir frisches Krabbenfleisch produzieren können“, sagt Jens Ortel.

 

Zur Unzeit kommt für die Genossenschaft indes der Fangstopp der Krabbenfischer, die damit an der Nordsee-Küste auf die niedrigen Marktpreise reagiert haben. „Es gibt momentan nur Krabben aus der Frostentschälung und keine Frischkrabben“, sagt Dennis Westphal. Er habe Verständnis für die Situation der Fischer. Der Fangstopp führe allerdings auch bei der Genossenschaft zu Umsatzeinbrüchen. Der Geschäftsführer hofft deshalb, dass sich das Tauziehen zwischen den Fischern und zwei den Markt dominierenden Großhändlern nicht mehr allzu lange hinzieht.

Fischereigenossenschaft

Die Butjadinger Fischereigenossenschaft in Fedderwardersiel kümmert sich seit 80 Jahren um die Verarbeitung und den Verkauf der Krabben, die in Fedderwardersiel angelandet werden. Mitglied der Genossenschaft sind fünf Granat-Fischer aus Fedderwardersiel und drei aus Varel-Dangast.

Aktualisiert (Donnerstag, den 26. Mai 2011 um 15:17 Uhr)

 

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