Schälzentrum N W
Interview mit Dennis Westphal, Geschäftsführer
Interview mit Dennis Westphal, Geschäftsführer
Butjadinger Fischereigenossenschaft eG
Frage: „Herr Westphal, Sie haben sich nun entschieden den Ausbau der Maschinen-Entschälung voran zu treiben. Welche wirtschaftlichen Überlegungen haben Sie dazu gebracht?“
Antwort: „Es ist schwierig, das feine Fleisch vom Panzer der Krabbe zu lösen, das weiß jeder, der es schon einmal mit der Hand versucht hat. Geübte Handpulerinnen schaffen pro Stunde gerade mal ein gutes Pfund des schmackhaften Krabbenfleisches. Eine Pulmaschine schafft dagegen die 7-fache Menge – und das 24 Stunden täglich … 360 Tage jährlich!“
Frage: „Dann ist das Maschinen-Fleisch also günstiger“?
Antwort: „Das mechanisch gewonnene Krabbenfleisch ist sogar leider geringfügig teurer. Das liegt vor allem an den hohen Personalkosten für die Nachsucher sowie an den Energie- und Wasserkosten.
Frage: „Was hat also der Verbraucher davon, denn bislang wird ein Hauptteil der Krabben in Marokko und Polen gepult. Warum wird jetzt die maschinelle Entschälung vorangetrieben?
Antwort: „Wenn das Krabbenfleisch wieder bei uns landete, war die kühle Fracht mitunter Wochen unterwegs. Wir haben den Frische-Vorteil durch die tägliche Entschälung und verwenden weniger Konservierungsstoffe – ganz so wie es sich die Verbraucher wünschen“
Frage: „Sie haben seit Anfang der 90er Jahre Pulmaschinen. Welche Schälkapazität peilen Sie nun an?
Antwort: „Von den bis zu 400-500 Tonnen angelandeten Krabben werden zukünftig bis zu 50% direkt vor der Haustür entschält. Möglich wird dies durch die strategische Zusammenarbeit mit dem Krabbenschälzentrum in Cuxhaven.“
Vielen Dank für das Gespräch!
Aktualisiert (Samstag, den 06. November 2010 um 13:05 Uhr)
